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 +  kirche baut sich "kreml" aus

 

 

 26.08.2003

 

Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Teterow richtet Büro- und Wohnhaus her
Von unserem Redaktionsmitglied
Simone Pagenkopf

Teterow. "Es bewegt mich schon tief." Sinnend steht Pastor Karl-Heinz Schlag im einstigen Bürohaus in der Niels-Stensen-Straße. "Kreml" hatten es die Teterower getauft, wurde das Gebäude zu DDR-Zeit doch für die damalige SED-Kreisleitung errichtet. Jetzt baut es die evangelisch-freikirchliche Gemeinde Teterow zu einem Büro- und Wohnhaus um. "Für uns ist es eine Bauhülle", geht Pastor Schlag pragmatisch heran. Spuren der Vergangenheit habe er dennoch entdeckt. Zellen im Keller zum Beispiel. "Ich habe mit Leuten gesprochen, die hier verhört wurden", erzählt er. Inzwischen überlegt die Gemeinde, ein "DDR-Zimmer" im Keller einzurichten. "Wir leben in diesem Land und stehen zu seiner Geschichte", merkt Karl-Heinz Schlag an.

Zwölf Wohnungen
Nach mehr Platz sah sich die evangelisch-freikirchliche Gemeinde schon seit geraumer Zeit um. Das Gebäude in der Niels-Stensen-Straße gehörte zu den Vorschlägen der Stadt Teterow. Jetzt werden hier in den beiden oberen Geschossen insgesamt zwölf Wohnungen in verschiedenen Größen entstehen, darunter zwei für abstinenzwillige Suchtkranke, ist von Pastor Schlag zu erfahren. Unten werden Büroräume eingerichtet, das Sozialwerk zieht mit ein, Platz für Gemeinderäume gibt es. Später dann, in einem zweiten Bauabschnitt, soll der angrenzende Saal entkernt werden und Raum für Gottesdienste geben. Zum Anfang kommenden Jahres, rechnet Karl-Heinz Schlag, könnte als erstes das Sozialwerk einziehen. Für den Umbau hat die Kirchgemeinde extra einen Bauausschuss gegründet. "Und wir haben verschiedene Arbeitsprojekte gestartet", zeigt der Pastor auf und erinnert an den Bau des Gemeindezentrums seinerzeit in Malchin mit einem ähnlichen Konzept. "Das ging gut auf." So wandte sich die Gemeinde an die Gerichte, das Arbeitsamt, den Landkreis. Leute, die zum Beispiel eine Strafe in gemeinnütziger Tätigkeit abarbeiten, kommen quasi für einige Zeit in ihre Obhut. Langzeitarbeitslose könnten eingebunden werden, geprüft werde mit dem Landkreis Güstrow das Projekt "Arbeit statt Sozialhilfe", zählt Karl-Heinz Schlag auf. Um das alles zu koordinieren und den Draht zur Bauleitung und den Firmen zu halten, beantragte die Gemeinde auch zwei SAM-Stellen. Natürlich helfen auch Gemeindemitglieder und Freunde ehrenamtlich beim Aufbau des neuen Gemeindezentrums. Sonnabends finden regelmäßig Arbeitseinsätze statt. Motiviert, etwas Sinnvolles zu tun, würden hier auch Suchtkranke, vor oder nach einer Therapie. So dehnt die Gemeinde ihre Sozialarbeit gleich aus. Und bei allem ist Pastor Schlag wichtig, dass kostengünstig gearbeitet wird. "Wir gucken mit Augenmaß, was hier im Haus nachgenutzt werden kann." Darüber hinaus habe sich die Gemeinde die Fenster aus einem Block in Langhagen gesichert, der abgerissen werden soll.

 

Quelle: Nordkurier, Lokalausgabe "Mecklenburger-Schweiz"

 

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