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Evangelisch-Freikirchliche
Gemeinde Teterow richtet Büro- und Wohnhaus her
Von unserem Redaktionsmitglied
Simone Pagenkopf
Teterow. "Es bewegt mich schon tief." Sinnend steht Pastor Karl-Heinz Schlag
im einstigen Bürohaus in der Niels-Stensen-Straße. "Kreml" hatten es die
Teterower getauft, wurde das Gebäude zu DDR-Zeit doch für die damalige
SED-Kreisleitung errichtet. Jetzt baut es die evangelisch-freikirchliche
Gemeinde Teterow zu einem Büro- und Wohnhaus um. "Für uns ist es eine
Bauhülle", geht Pastor Schlag pragmatisch heran. Spuren der Vergangenheit
habe er dennoch entdeckt. Zellen im Keller zum Beispiel. "Ich habe mit
Leuten gesprochen, die hier verhört wurden", erzählt er. Inzwischen überlegt
die Gemeinde, ein "DDR-Zimmer" im Keller einzurichten. "Wir leben in diesem
Land und stehen zu seiner Geschichte", merkt Karl-Heinz Schlag an.
Zwölf Wohnungen
Nach mehr Platz sah sich die evangelisch-freikirchliche Gemeinde schon seit
geraumer Zeit um. Das Gebäude in der Niels-Stensen-Straße gehörte zu den
Vorschlägen der Stadt Teterow. Jetzt werden hier in den beiden oberen
Geschossen insgesamt zwölf Wohnungen in verschiedenen Größen entstehen,
darunter zwei für abstinenzwillige Suchtkranke, ist von Pastor Schlag zu
erfahren. Unten werden Büroräume eingerichtet, das Sozialwerk zieht mit ein,
Platz für Gemeinderäume gibt es. Später dann, in einem zweiten Bauabschnitt,
soll der angrenzende Saal entkernt werden und Raum für Gottesdienste geben.
Zum Anfang kommenden Jahres, rechnet Karl-Heinz Schlag, könnte als erstes
das Sozialwerk einziehen. Für den Umbau hat die Kirchgemeinde extra einen
Bauausschuss gegründet. "Und wir haben verschiedene Arbeitsprojekte
gestartet", zeigt der Pastor auf und erinnert an den Bau des
Gemeindezentrums seinerzeit in Malchin mit einem ähnlichen Konzept. "Das
ging gut auf." So wandte sich die Gemeinde an die Gerichte, das Arbeitsamt,
den Landkreis. Leute, die zum Beispiel eine Strafe in gemeinnütziger
Tätigkeit abarbeiten, kommen quasi für einige Zeit in ihre Obhut.
Langzeitarbeitslose könnten eingebunden werden, geprüft werde mit dem
Landkreis Güstrow das Projekt "Arbeit statt Sozialhilfe", zählt Karl-Heinz
Schlag auf. Um das alles zu koordinieren und den Draht zur Bauleitung und
den Firmen zu halten, beantragte die Gemeinde auch zwei SAM-Stellen.
Natürlich helfen auch Gemeindemitglieder und Freunde ehrenamtlich beim
Aufbau des neuen Gemeindezentrums. Sonnabends finden regelmäßig
Arbeitseinsätze statt. Motiviert, etwas Sinnvolles zu tun, würden hier auch
Suchtkranke, vor oder nach einer Therapie. So dehnt die Gemeinde ihre
Sozialarbeit gleich aus. Und bei allem ist Pastor Schlag wichtig, dass
kostengünstig gearbeitet wird. "Wir gucken mit Augenmaß, was hier im Haus
nachgenutzt werden kann." Darüber hinaus habe sich die Gemeinde die Fenster
aus einem Block in Langhagen gesichert, der abgerissen werden soll.
Quelle: Nordkurier, Lokalausgabe
"Mecklenburger-Schweiz" |